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Betroffene erzählen 


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Ahrkustik Veranstaltungs GmbH
. Sie sollten die ersten sein, die unsere Auszahlung bekommen sollten. Michael Schmidt und sein Team lehnten die Spende jedoch ab. Mehr noch: Sie legten noch 250 € drauf für andere, denen es noch schlechter geht. In der Equipment-Halle, die (weil sie drei Meter höher liegt) verschont wurde, ist jetzt eine Küche für die Helfer aufgebaut. Regionale Betriebe liefern Fleisch, Gemüse und Lebensmittel. Hier kann man improvisieren, hier hält man zusammen. Wir sind sprachlos, wie sie das Drama bewältigen.

Olaf Justen und Ines Müller. Hier müssen wir etwas erklären. Die Auszahlung, die eigentlich für Ahrkustik vorgesehen war, ging auf Wunsch von Michael Schmidt umgehend an diese Familie weiter. Olaf und Ines hat es sehr hart getroffen und wir wollen da auch nicht weiterbohren. Wir wünschen ihnen viel Kraft, wieder neu anzufangen. Den beiden gebührt die Hilfe der Spender von ganzem Herzen, und ihnen gehört der Trost der ganzen Ortschaft Schuld.

Ralf Ziss. An seinem Beispiel zeigen wir einmal , wie brutal es ist, wenn man sein Haus plötztlich nicht mehr finden kann.




Gregor Schmitt. Hier in Insul unterhalb von Schuld ist das Tal breiter und der Fluss hat etliche Häuser total zerstört. Die unzähligen ausgerissen Bäume wurden auf 800 Breite bis an beider Uferseiten gespült. Mittlerweise sind Dutzende Panzer im Einsatz. Große Bau-Lastwagen und die Bauern schleppen unentwegt das Material auf Sammelplätze in höhrergelegene Regionen. Er wollte von uns nichts annehmen, doch wir wir ihn kennen, wird er sowieso das Geld gerecht aufteilen.

Stefan Justen. Er ist einer der ganz hart getroffenen Leute. Hier in Schuld, im provisorisch eingerichteten Hauptlager am Pfarrheim, haben wir Ortsbürgermeister Helmut Lussi kennengelernt. Ein sehr besonnener Mensch, der uns sagte: Gib ihm das Geld, ohne wenn und aber. Stefan Justen erlaubte uns mit tränenden Augen, sein Schicksal zu veröffentlichen. Er und seine Frau hielten sich an diesem Abend im Haus unten an der Ahr auf. Plötzlich und sehr schnell stieg das Wasser. Er beschwor seine Frau, mit dem Auto in einen höher gelegenen Ortsteil zu flüchten. Er blieb und wollte nach dem Rechten schaun. Schnell stieg das Wasser im Haus auf 2.50 m. Das ganze Haus kippte zur Seite, er wurde kreuz und quer durch das Haus gerissen, der Gas-Tank brach und bald wurde er ohnmächtig. Um 3.30 Uhr in der Nacht wurde er, nachdem Freunde vergeblich alles versucht hatten, von Froschmännern der DLRG aus den Fluten geholt und in einem Rafting-Boot weggebracht. Trotz seiner vielen Verletzungen hat er über überlebt. Wir werden uns wiedersehen, wenn alles besser ist.

Bürgerverein Ahrbrück. Wie Ihr seht, gehen wir langsam flussabwärts. Bürgermeister Walter Radermacher tritt uns als sehr bedachter und sypmphatischer Mann entgegen. Er wird die 2.000 € Bargeldspende in den Bürgerverein Ahrbrück bringen und für gerechte Verteilung der Spendengelder sorgen. Danke. Wir kommen wieder. 

Sebiha Topalca. Ein sehr nettes Paar, die seit 4 Jahren die Pizzeria Arya in Schuld führte. Die Pizzeria samt ihrem Wohnhaus ist einfach von den Wassermassen verschluckt worden. Sebiha erzählte uns, das einzig Wichtige wäre, dass ihre Kinder und ihr Mann leben. Sie ist trotz allem Leid positiv, und wenn alle Götter dieser Welt es wollen, will sie schon bald provisorisch in den Räumen einer großzügigen Familie Pizza für die Hilfskräfte backen. Hut ab ... und wir sind uns sicher, diese Familie schafft das.

Kalil Nabo. Eigentlich ein stahlharter Mann. Er hat alles verloren. Ihn wollen wir nicht mit Fragen quälen, denn seine Tränen verraten alles. Tränen gemischt von Leid und Freude. Ihm, einem Ausländer, schenkt man ohne Wenn und Aber einfach 1.000 €.
Und die braucht er nicht irgendwo anmelden oder rechtfertigen. Wir haben ihn in dieser kurzen Zeit der Übergabe lieb gewonnen. Sei stark und mach bitte weiter. Nach dem Schlechten kommt Gutes. Kalil, wir drücken Dich ganz fest.

Splitting. Bürgermeister Helmut Lussi hat einen Bonus des Spenders aus dem Hunsrück. Er soll auf seinen Wunsch 1.000 € einfach so unter die Leute verteilen. Er geniesst die Symphatie des Spenders und unser vollstes Vetrauen.

Das Cafe Fahrtwind in Hönningen. Sie versuchen, es gemeinsam zu retten. Das Cafe ist die Motorradkneipe weithin. Fast schon ein Kultstatus im Raum Köln Bonn Siegburg. Brutal haben Wasser und Schlamm zugeschlagen. Das Wasser ist über die Bundesstraße 257 hinweggeströmt, die bei Normalwasser fast wie ein sicherer Damm wirkt. Der Wasserstand an der Eingangstür lag genau bei 2 Meter. Doch Mirko Mochetti bleibt hier, will sein Biker-Paradies nicht aufgeben und will es schaffen.

Übergabe in Honerath. Vier nette ältere Damen, die in Ahrbrück ihre Häuser verloren hatten oder die unbewohnbar waren, sind jetzt in zwei Wohnungen der Familie Floristik Schmitz und Familie Knechtges untergebracht.
Sie benötigen Motivation und Mut für die Zukunft. Alles wird gut.